Glockenspiel - zur Zeit seiner Inbetriebnahme Ende des 17. Jahrhunderts war es in Böhmen wirklich eine Sehenswürdigkeit.

Gestiftet wurde es dem Loreto von dem reichen Kleinseiter Kaufmann Eberhard von Glauchau. Der Autor aller dreißig signierten Glocken (nur eine wurde im 18. Jahrhundert beschädigt und durch eine neue ersetzt) ist der städtische Amsterdamer Glocken- und Geschützgießer Claude Fremy, der sie in den Jahren 1683-91 anfertigte. Die Weihe der Glocken im Loreto 1695, bevor sie in den Uhrenturm gehängt wurden, wurde zu einer prächtigen Feier. Jede Glocke hatte ihren Paten aus den Reihen des Hochadels, für die erste von ihnen übernahm sogar Kaiser Leopold I. selbst die Schirmherrschaft (persönlich nahm er an der Feier freilich nicht teil).

Anschließend montierte der Prager Uhrmacher Peter Neumann im Verlauf mehrerer Monate das Glockenspiel und verband es mit dem Uhrwerk im Turm der Fassade - er schuf hier einen Mechanismus auf dem Prinzip einer Metallwalze mit Bolzen zum Einstellen unterschiedlicher Melodien (sog. „Pantomusos“). Gleichzeitig lassen sich die Glocken mit Hilfe einer Klaviatur im Umfang von 21/2 Oktaven bedienen, auf der bis heute an kirchlichen Feiertagen verschiedene Stücke gespielt werden. Das Prager Glockenspiel gehört so zu den technisch sehr weit entwickelten Mechanismen, ähnliche Spiele sind z.B. in Amsterdam, Delft, Brügge und Berlin erhalten. Die Stimmung des Glockenspiels ist hinsichtlich der Intonation relativ rein und ermöglicht die Verwendung des Glockenspiels als eigenständiges Musikinstrument. Am 15. August 1695 erklangen die Glocken des Loreto zum ersten Mal über den Prager Dächern.

  • Wenn Sie das anderes Glockenspiel hören möchten, klicken Sie bitte auf die Glocke.

(Jezu Kriste, štìdrý knìže - spielt R. Rejšek)

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