Das lauretanische Haus - die Santa Casa - ist ein Gebäude, das ursprünglich im palästinischen Nazareth stand und Zeuge des geheimnisvollen und geheiligten Augenblicks der Menschwerdung wurde, als der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria verkündete, daß sie durch den Heiligen Geist empfangen werde, und als Gottes eingeborener Sohn in ihrem Schoß Mensch wurde. Hier wohnte dann die Heilige Familie nach der Rückkehr aus dem ägyptischen Exil, und die Jungfrau Maria lebte dort bis zum Tode Christi. Das marianische Haus in Nazareth wurde früh zu einem Ort der Verehrung für die Christen und in der Folge auch Ziel wiederholter Angriffe der Sarazenen. Neuste Forschungen bestätigen, daß die drei Wände des Hauses, das sich ursprünglich an einen Felsen anlehnte, 1291 durch das Verdienst von Pilgern abgetragen und in Einzelteilen per Schiff zunächst in das heutige Dalmatien und später, 1294, nach Loreto bei Ancona in Italien gebracht wurden. Es scheint, daß der Name der Familie Angeli, die im Hintergrund der Überführung des Hauses aus dem Heiligen Land stand, mit der Zeit zur Bildung der Legende von der wunderbaren Versetzung durch Engel führte (was häufig durch Werke der bildenden Kunst dargestellt wird).

Es ist offensichtlich, daß für die abgeleiteten Wallfahrtsorte, die mit dem wachsenden Ruhm Loretos von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an diesseits der Alpen zu entstehen begannen, die Form des italienischen Heiligen Hauses bzw. die architektonische Gestaltung der Marmorummantelung des Hauses im Renaissancestil (ein Werk D. Bramantes), die wie ein Reliquienschrein das Äußere des Hauses schützt, verbindlich wurde. Die ursprüngliche Inneneinrichtung wurde leider 1921 bei einem Brand zerstört. Um so wertvoller sind heute die Zeugnisse der abgeleiteten Wallfahrtsorte, die die ursprüngliche Form des Originals getreu bewahren - das Prager Loreto gehört unbestreitbar dazu.

 

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Maria, Mutter Jesu, sei jedem von uns eine Mutter, damit wir wie du reinen Herzens sind, damit wir wie du Jesus lieben, damit wir wie du den Allerärmsten dienen, wir alle, denn im Hinblick auf Gott sind wir arm.

Mutter Teresa aus Kalkutta