Haupteingang führt den Pilger in den Arkadenhof. Im ersten Gewölbefeld des Kreuzgangs befindet sich beim Eingang ein Fresko mit der Verkündigung an Maria, signiert von F. A. Scheffler (1701-1760), der nach 1750 die Malarbeiten im gesamten Erdgeschoß des Hofes (mit Anrufungen aus der Lauretanischen Litanei) einschließlich der Fresken in den Kuppeln dreier Eckkapellen ausführte. Beim Durchschreiten des Kreuzgangs passiert der Besucher die heute nicht mehr zugänglichen Räume der alten Schatzkammer (früher wurde hier der lauretanische Schatz aufbewahrt).

Kapelle der hl. Anna. Sie wurde 1687 aus Mitteln einer öffentlichen Sammlung als zweitälteste Eckkapelle erbaut. Den Hauptaltar vom Ende des 17. Jahrhunderts schmückt ein Relief der hl. Anna Selbdritt (gestiftet von Katharina Polyxena von Lobkowicz). Der Seitenaltar des hl. Laurentius wurde 1709 auf Kosten Eva Isabella Förphans errichtet.

Kapelle des hl. Franziskus. Sie wurde 1717 auf Kosten von Eleonore Karoline Fürstin von Lobkowicz nach einem Entwurf von Ch. Dientzenhofer (1655-1722) erbaut. Der hochbarocke geschnitzte Hauptaltar aus der Bildhauerwerkstatt M. V. Jäckels (1655-1738) trägt in der Mitte ein hervorragendes Bild der Stigmatisierung des hl. Franziskus von Petr Brandl (1668-1735).

Kapelle der Heiligen Familie (auch des hl. Josef). Sie wurde 1691 mit finanzieller Unterstützung Ludmilla Eva Franziska Gräfin Kolowrats geb. Hýzerl von Chod begründet (der Hauptaltar mit dem Bild der Verwandtschaft Christi trägt ihr Wappen). Die bildhauerische Ausgestaltung des dem Kapuzinerheiligen Felix von Cantalicia geweihten Seitenaltars im Rokokostil ist von hoher Qualität und stammt offenbar von der Hand R. Prachners (1705-1782).

Kapelle des Hl. Kreuzes. Sie wurde 1691 auf Kosten von Ludmilla Eva Franziska Gräfin Kolowrat erbaut. Der Hauptaltar aus dem Jahre 1692 mit einem Bild des Fegefeuers wurde in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts durch eine Plastik des gekreuzigten Christus ergänzt. Der dem Kapuzinerheiligen Fidel von Sigmaringen geweihte Seitenaltar stammt aus dem Jahre 1735, ebenso wie die Plastik des hl. Dismas. Die Statue des gegeißelten Christus ist aus dem 17. Jahrhundert.

Kapelle des hl. Antonius von Padua. Sie entstand fast gleichzeitig mit der gegenüberliegenden Kapelle (Nr. 4), mit der auch die Innenausstattung stilistisch übereinstimmt: der Hauptaltar (ebenfalls aus der Jäckelschen Werkstatt) trägt in der Mitte ein Bild des hl. Antonius von S. Zeiler aus dem Jahre 1713.

Kapelle der Schmerzensreichen Muttergottes. Die älteste Eckkapelle des Kreuzganges wurde 1686 auf Kosten des Kleinseiter Ratsherrn F. Windisch für die gotische Pietà erbaut, die ein Jahr zuvor der Bürger V. Rincolini dem Loreto stiftete (die Statue entkam der Legende nach auf wunderbare Weise der Verbrennung durch die Calvinisten). Die Pietà vom Anfang des 15. Jahrhunderts befindet sich auf dem Hauptaltar aus der Entstehungszeit der Kapelle. Der Seitenaltar aus den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts ist einer angeblichen Märtyrerin, der hl. Kümmernis (Wilgefortis, Starosta), geweiht, deren Kult vor allem in den nördlichen Ländern lebendig war.

Brunnen mit der Figurengruppe der Auferstehung Christi. Beide Brunnen entstanden in den Jahren 1738-40 in der Werkstatt J. M. Brüderles (belegt 1725-1740), nach dessen Tod übernahm R. Prachner den Auftrag. Heute Kopie. Brunnen mit der Figurengruppe der Himmelfahrt Mariens Heute Kopie (die Originale befinden sich im Lapidarium des Nationalmuseums in Prag)